Warum klebt der Kleber nicht in der Tube?
Hier seht ihr einmal, wie ihr als Eltern die Frage von Schlauberger erklärt bekommt und direkt im Abschnitt danach könnt ihr euch eine Beispielgeschichte für euer Kind durchlesen!

Für Eltern – hättet ihr’s gewusst?
Klebstoffe wie Sekundenkleber (Cyanacrylatkleber) benötigen Feuchtigkeit als Auslöser: Wassermoleküle auf Oberflächen oder in der Luft initiieren die anionische Polymerisation, bei der Monomere zu langen Polymerketten vernetzen. Im Inneren der verschlossenen Tube fehlt dieser Auslöser fast vollständig. Weißleim (Polyvinylacetat-Dispersion) härtet durch Wasserverdunstung aus – in der Tube kann das Wasser nicht entweichen. Zusätzlich bestehen Tuben aus Polyethylen (PE), einem Kunststoff mit sehr niedriger Oberflächenenergie, an dem Klebstoffe kaum haften können.
Quellen: Wikipedia (CC BY-SA 4.0); Simple English Wikipedia (CC BY-SA 4.0)
So erzählt Schlauberger das deinem Kind
Warum klebt der Kleber in der Tube nicht?
Mia hielt die kleine Tube Kleber in der Hand und runzelte die Stirn. Gerade eben hatte sie damit ein Bild auf Papier geklebt – und es hatte wunderbar funktioniert. Aber warum blieb der Kleber drinnen in der Tube eigentlich flüssig? Warum klebte er da nicht fest?
Schlauberger, der schlaue Fuchs mit dem buschigen Schwanz, kam neugierig herangetrabt. Er schnupperte an der Tube und zwinkerte Mia mit seinen schlauen Fuchsaugen an. "Das ist eine richtig gute Frage!", sagte er und setzte sich neben sie auf die Werkbank. "Kleber ist nämlich ein kleines Geheimnis. Weißt du, was er braucht, um hart zu werden?"
Mia überlegte. "Vielleicht... Wärme?", fragte sie zögernd. Schlauberger schüttelte sanft den Kopf und holte aus seinem Rucksack ein kleines Glas Wasser hervor. "Schau mal", sagte er und tropfte einen winzigen Tropfen Sekundenkleber auf die feuchte Außenseite des Glases. Zack! Schon nach wenigen Sekunden war der Tropfen steinhart. "Was war da anders als in der Tube?", fragte Schlauberger.
Mia beugte sich vor und betrachtete das Glas. "Das Glas war nass!", rief sie. "Genau so ist es!", sagte Schlauberger und wedelte begeistert mit dem Schwanz. "Sekundenkleber braucht Feuchtigkeit – also winzig kleine Wassertröpfchen – um hart zu werden. Das nennt man Polymerisation: Die kleinen Bausteine des Klebers verbinden sich blitzschnell zu langen Ketten, sobald sie Feuchtigkeit berühren. In der verschlossenen Tube ist kaum Feuchtigkeit vorhanden, deshalb passiert da gar nichts."
Mia nickte langsam. Dann zeigte Schlauberger auf einen anderen Klebestift auf dem Tisch – den weißen Bastelkleber. "Den kennst du bestimmt", sagte er. "Der funktioniert ganz anders. Er hat viel Wasser in sich drin, und wenn er auf Papier aufgetragen wird, verdunstet dieses Wasser – es verschwindet langsam in die Luft, so wie eine Pfütze nach dem Regen. Was übrig bleibt, ist der feste Kleber." Er machte eine kleine Pause. "Was glaubst du, Mia – warum bleibt der Weißkleber in der verschlossenen Tube weich?"
Mia dachte nach, dann leuchteten ihre Augen auf. "Weil das Wasser nicht raus kann!", sagte sie. "Bravo!", rief Schlauberger und klatschte in die Pfoten. "In der verschlossenen Tube kann das Wasser nirgendwo hin – also bleibt der Kleber schön flüssig und klebfähig. Erst wenn du ihn aufträgst und die Luft dran kommt, verdunstet das Wasser, und er wird fest."
Mia hielt die Tube noch einmal in der Hand und betrachtete sie mit ganz anderen Augen als zuvor. "Die Tube ist wie eine Schutzburg für den Kleber", sagte sie leise. Schlauberger zwinkerte. "Genau! Jetzt weißt du es, Mia: Sekundenkleber braucht Feuchtigkeit zum Aushärten – und die gibt es in der Tube kaum. Weißkleber braucht Verdunstung – und in der verschlossenen Tube kann das Wasser nicht entweichen. Beide Kleber sind in ihrer Tube sicher aufgehoben, weil dort die Bedingungen fehlen, die sie hart machen." Er legte eine Pfote auf ihre Schulter. "Du bist jetzt eine echte Kleber-Expertin, Mia!"
Solche Fragen stellt dein Kind ständig?
Dreamable macht daraus Hörgeschichten, in denen dein Kind selbst die Hauptfigur ist, mit echtem Namen und echten Orten. In den Wissenswelten bekommt es die Antworten als Geschichte erzählt, und du bekommst die Erklärung für Erwachsene gleich dazu.